Zum Inhalt
Dromedary Society - der Wahrheit verpflichtetGeprüfte Behauptungen aus den Gesprächen von {ungeskriptet} by Ben

Faktencheck: Ich habe Angst, dass er recht hat (Tom-Oliver Regenauer)

{ungeskriptet} by Ben · Episode ansehen · 3 h 6 min · erschienen am 29. August 2026 · geprüft am 4. September 2026

Dieser Bericht wurde automatisiert erstellt und ist nicht redaktionell geprüft. Jede Einordnung nennt ihre Quelle; Fehler bitte über die Kontaktseite melden.

Kurzfazit

Das Gespräch verbindet Dokumente, Institutionen und Personen zu einer durchgehenden Erzählung geheimer Netzwerke von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart. Die tragenden Pfeiler dieser Erzählung tragen die Prüfung nicht: Das Europäische Parlament wird unmittelbar gewählt, Walter Hallstein war nach den Akten kein SS-Mitglied, die Römischen Verträge wurden auf der Bilderberg-Konferenz nicht vorbereitet, und die Round-Table-Gruppe besteht als Chatham House nicht fort. Die Behauptung, die USA hätten Pearl Harbor und die Anschläge vom 11. September absichtlich geschehen lassen, blieb ohne Beleg. Eine Reihe zentraler Aussagen stimmt jedoch: Das Bernays-Zitat von der unsichtbaren Regierung steht nahezu wortgetreu im Original, Bäte und Kiesewetter stehen in der Mitgliederliste der Trilateralen Kommission, und David Rockefeller bekennt sich in seinen Memoiren tatsächlich zum Aufbau einer integrierten globalen Ordnung. Der häufigste Befund ist die zutreffende Aussage im verkürzten Rahmen: Red House Report, Merkel-Zitat, Maduro-Festnahme und C40-Initiative haben einen realen Kern, verlieren aber ihre Stützkraft, sobald der fehlende Kontext ergänzt wird.

  • 3 korrekt
  • 7 größtenteils korrekt
  • 17 irreführend
  • 10 falsch
  • 3 unbelegt

Die gewichtigsten Befunde

1

Die US-Regierung ließ Pearl Harbor und die Terroranschläge vom 11. September 2001 absichtlich geschehen, um die Ereignisse für die eigene Agenda zu nutzen.

Unbelegt

«so wie 9/11 oder wie Pearl Haber, wo man heute genau weiß, das hat man let it happen on purpose»

Der Pearl-Harbor-Ausschuss stellte Warn- und Organisationsversagen fest, fand aber keine Belege für eine absichtliche Herbeiführung und berichtete, dass praktisch alle vom Angriff überrascht wurden. Auch die Untersuchungen zu den Terroranschlägen dokumentieren institutionelle Fehler und verpasste Eingriffsmöglichkeiten, jedoch keinen bewussten Regierungsentscheid für ein vorsätzliches Geschehenlassen. Eine spätere politische Nutzung der Ereignisse belegt weder Vorwissen noch Absicht.

Zur Stelle im Video (00:06:00)

2

Im EU-Parlament kann man niemanden direkt wählen, sodass sich das Europäische Parlament weitgehend dem demokratischen Prozess entzieht.

IrreführendNorm falsch wiedergegeben

«im EU-Parlament kannst du niemanden direkt wählen. Das entzieht sich diesen demokratischen Prozess ja weitgehend»

Art. 14 Abs. 3 EUV (konsolidierte Fassung vom 7. Juni 2016) und § 1 EuWG bestimmen ausdrücklich eine allgemeine und unmittelbare Wahl der Europaabgeordneten. Richtig ist lediglich, dass deutsche Wähler gemäß § 2 EuWG eine Stimme für feste Listenwahlvorschläge und keine gesonderte Personenstimme abgeben; daraus folgt weder eine indirekte Wahl noch, dass sich das Parlament weitgehend dem demokratischen Prozess entzieht.

Zur Stelle im Video (00:57:00)

3

Walter Hallstein war SS-Mitglied und baute als erster Präsident der EU-Kommission den europäischen Bürokratieapparat auf.

Irreführend

«Werner hießer Hallstein, äh das ist ein Altnazi, das der war SS ja»

Eine SS-Mitgliedschaft Hallsteins ist nicht belegt; dokumentiert sind stattdessen Mitgliedschaften in NS-Berufsverbänden wie dem NS-Rechtswahrerbund sowie sein Dienst als Wehrmachtoffizier. Richtig ist, dass er erster Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war und diese unter seiner Führung einen Verwaltungsapparat aufbaute; die heutige EU-Kommission entstand jedoch erst aus Vorgängerinstitutionen, und Hallstein baute den Apparat nicht allein auf.

Zur Stelle im Video (01:00:00)

4

Auf der Bilderberg-Konferenz wurden die Römischen Verträge vorbereitet, aus denen 1957 die Europäische Union hervorging.

Irreführend

«die Bilderberg Konferenz, wo dann wiederum die römischen Verträge vorbereitet wurden, aus denen 1957 die Europäische Union wurde»

Die Bilderberg-Konferenz diskutierte und befürwortete europäische Integration, doch ihr eigener Bericht erklärt, keine Politik entwerfen zu wollen, und vermerkt, dass die sechs Staaten den gemeinsamen Markt bereits beschlossen hatten und Experten daran arbeiteten. Die Schlussakte ordnet die förmliche Ausarbeitung der Römischen Verträge einer staatlichen Regierungskonferenz zu; gegründet wurden die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und Euratom, während die Europäische Union erst mit dem 1993 in Kraft getretenen Maastricht-Vertrag entstand. Politische Wegbereitung durch Bilderberg ist somit plausibel, die behauptete institutionelle Vertragsvorbereitung und das Datum der EU-Gründung sind jedoch falsch dargestellt.

Zur Stelle im Video (00:58:00)

5

Die 1891 gegründete Round-Table-Gruppe besteht fort und heißt heute Chatham House, vormals Royal Institute of International Affairs.

Falsch

«die hieß dann nur nicht mehr irgendwann Round Table, sondern hieß sie Royal Institute of Foreign Affairs und heute heißt sie Chatheem House»

Die institutionelle Kontinuität als bloße Umbenennung ist nicht belegt: Die Round Table entstand nach eigener Darstellung erst 1910 und besteht weiterhin eigenständig. Chatham House wurde dagegen 1920 als British Institute of International Affairs gegründet und 1926 als Royal Institute of International Affairs inkorporiert; „Chatham House“ bezeichnet dessen Sitz und gebräuchlichen Namen. Personelle Überschneidungen – insbesondere Lionel Curtis – belegen Einfluss, aber keine Identität der Institutionen.

Zur Stelle im Video (01:25:00)

Alle Einzelprüfungen (chronologisch)

Was offen blieb

Unbelegt blieben vor allem die Aussagen, die Absicht oder sichere Zuordnung beanspruchen: das absichtliche Geschehenlassen von Pearl Harbor und 9/11, eine Finanzierung Hitlers durch die Rockefellers und der sichere Ausschluss der RAF beim Mord an Alfred Herrhausen. Die Primärquellen belegen in allen drei Fällen Versäumnisse, Geschäftsbeziehungen oder Bekennerschreiben, tragen aber die behauptete Gewissheit nicht; beim Herrhausen-Attentat hielt die Bundesregierung die Urheberschaft der RAF zwar für gewiss, gerichtlich gesichert wurde sie nicht. Keine Prüfung wurde als strittig eingestuft.