Der Wahrheit verpflichtet
Einordnen kann jeder für sich. Doch dafür braucht es Fakten, und wir stellen sie bereit.
Ob eine Angabe stimmt, und ob sie das belegt, wofür sie angeführt wird, sind zwei verschiedene Fragen. Ohne Kenntnis des Fachgebiets lassen sich beide kaum auseinanderhalten: falsche Angaben nicht von richtigen, und richtige nicht von solchen, die im falschen Rahmen stehen.
Zu Beginn der Corona-Zeit etwa waren viele Krankenhäuser auffallend leer: im April 2020 lag die Zahl der stationären Behandlungsfälle 35 Prozent unter der des Vorjahresmonats. Das ist richtig. Es lag daran, dass Bund und Länder wenige Wochen zuvor beschlossen hatten, planbare Aufnahmen und Operationen auf unbestimmte Zeit zu verschieben, damit die Häuser Kapazität für die erwarteten Fälle frei hielten. Ohne diesen Zusatz stützt dieselbe zutreffende Zahl einen Schluss, den sie nicht trägt. Deshalb steht in jedem Bericht beides: ob eine Behauptung stimmt, und wie sie eingesetzt wird.
- Bundesregierung: Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 12. März 2020. Der Beschluss verschiebt „grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe“.
- Statistisches Bundesamt: 13 % weniger stationäre Krankenhausbehandlungen im Jahr 2020. Pressemitteilung Nr. 445 vom 22. September 2021, mit dem Rückgang von 35 % im April 2020.
Was hier geprüft wird
Geprüft werden die Gespräche des Podcasts {ungeskriptet} by Ben. Jede Einstufung steht neben ihrer Quelle, damit jeder sie überprüfen kann.
Die Berichte werden automatisiert erstellt und sind nicht redaktionell geprüft.
Geprüfte Episoden
Sie tanzen, während das Land brennt - Sahra Wagenknecht
- 10 Korrekt
- 14 Größtenteils korrekt
- 9 Irreführend
- 5 Falsch
- 2 Unbelegt
Zusammenfassung
Mehrere zentrale Aussagen des Gesprächs stimmen im Kern: Dazu gehören die erneute Eskalation im Thüringer BSW, der Zerfall der Brandenburger Regierungsbeteiligung, die anhängige Wahlprüfungsbeschwerde sowie EU-Sanktionen gegen deutsche Medienakteure. Erhebliche Korrekturen sind jedoch bei Aussagen zum UN-Migrationspakt, zu einer angeblich taggenau gestarteten Medienkampagne und zu Mieten, Staatsverschuldung und sozialer Mobilität nötig. Dort werden reale Anknüpfungspunkte teils verabsolutiert, zeitlich unzutreffend verknüpft oder durch Zahlen beschrieben, die die verfügbaren Daten nicht tragen. Insgesamt enthält das Gespräch somit belastbare politische Sachverhalte, aber auch mehrere für seine Argumentation wichtige, irreführende oder falsche Zuspitzungen.
- 40Geprüfte Behauptungen
- 105Belege
- 3 h 6 minLaufzeit
Ich habe Angst, dass er recht hat (Tom-Oliver Regenauer)
- 3 Korrekt
- 7 Größtenteils korrekt
- 17 Irreführend
- 10 Falsch
- 3 Unbelegt
Zusammenfassung
Das Gespräch verbindet Dokumente, Institutionen und Personen zu einer durchgehenden Erzählung geheimer Netzwerke von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart. Die tragenden Pfeiler dieser Erzählung tragen die Prüfung nicht: Das Europäische Parlament wird unmittelbar gewählt, Walter Hallstein war nach den Akten kein SS-Mitglied, die Römischen Verträge wurden auf der Bilderberg-Konferenz nicht vorbereitet, und die Round-Table-Gruppe besteht als Chatham House nicht fort. Die Behauptung, die USA hätten Pearl Harbor und die Anschläge vom 11. September absichtlich geschehen lassen, blieb ohne Beleg. Eine Reihe zentraler Aussagen stimmt jedoch: Das Bernays-Zitat von der unsichtbaren Regierung steht nahezu wortgetreu im Original, Bäte und Kiesewetter stehen in der Mitgliederliste der Trilateralen Kommission, und David Rockefeller bekennt sich in seinen Memoiren tatsächlich zum Aufbau einer integrierten globalen Ordnung. Der häufigste Befund ist die zutreffende Aussage im verkürzten Rahmen: Red House Report, Merkel-Zitat, Maduro-Festnahme und C40-Initiative haben einen realen Kern, verlieren aber ihre Stützkraft, sobald der fehlende Kontext ergänzt wird.
- 40Geprüfte Behauptungen
- 106Belege
- 3 h 6 minLaufzeit
Der gefährlichste Mann Deutschlands: Ulrich Siegmund
- 10 Korrekt
- 13 Größtenteils korrekt
- 6 Irreführend
- 7 Falsch
- 3 Unbelegt
- 1 Strittig
Zusammenfassung
Zentrale Aussagen des Gesprächs stimmen: Die AfD lag zum Sendetermin sowohl bundesweit als auch in Sachsen-Anhalt in den genannten Größenordnungen, und mehrere geschilderte Änderungen parlamentarischer Regeln haben tatsächlich stattgefunden. Bei einigen tragenden Argumenten werden Belege jedoch verkürzt oder falsch zugespitzt – besonders bei Messerkriminalität, der Correctiv-Recherche, den Folgen der Parlamentsreform und dem Behördenwissen vor dem Magdeburger Anschlag. Dadurch entsteht stellenweise ein eindeutigeres Bild, als Quellen und Rechtslage zulassen. Daneben enthält das Gespräch zahlreiche weitgehend oder vollständig zutreffende Einzelaussagen.
- 40Geprüfte Behauptungen
- 104Belege
- 3 h 58 minLaufzeit
Ich habe mich getraut, Björn Höcke einzuladen
- 2 Korrekt
- 7 Größtenteils korrekt
- 5 Irreführend
- 3 Falsch
- 1 Unbelegt
- 2 Strittig
Zusammenfassung
Mehrere zentrale Aussagen des Gesprächs stimmen im Kern: Die USA und Israel griffen den Iran militärisch an, und amtliche Daten stützen – je nach Abgrenzung – einen Zuwandereranteil von mehr als 50 Prozent im Bürgergeldsystem. Zugleich werden wichtige Argumente durch überhöhte Zahlen oder unzutreffende rechtliche Einordnungen verzerrt: Die Allensbach-Reihe weist 2025 nicht zwei Drittel, sondern 44 Prozent aus, und der Verfassungsschutz wurde gesetzlich zum Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung geschaffen. Auch die behauptete gesetzliche Verhinderung einer AfD-Beteiligung an Thüringer Kontrollkommissionen und die angebliche Einzigartigkeit des deutschen Inlandsnachrichtendienstes treffen nicht zu. Bei der Kriminalitätszahl existiert zwar die genannte Größenordnung polizeilicher Fälle, sie belegt aber weder zusätzliche Straftaten im kausalen Sinn noch Verurteilungen.
- 20Geprüfte Behauptungen
- 57Belege
- 4 h 36 minLaufzeit